Charon

 

Charon

Abend, fast meergrün, etüdendurchzirpt;
Traumhändler schütteln ihr Eimerchen Lose.
Ob sich dein Aas um den Laufpass bewirbt,
eh hinterm Acker die Windrose stirbt
an ihrer Blattrandnekrose?

Schwamm in der Welt wie der Fisch im Aspik,
maß mir die Ortszeit nach schäumenden Litern.
Schürfte die Wahrheit mit gotischem Blick,
zwecklos. Kein Weg führt von Quantenphysik
zu meinen Neurotransmittern.

Molk mir die Tage ins morsche Gefäß,
ließ mir die Kennzahl ins Soldbuch eintragen.
Punktum. Der Mond hängt mir ordnungsgemäß,
kalkig und platt wie ein Maurergesäß,
über dem Federkernschragen.

Quetscht melancholisch sein Kontrafagott:
buckliger Sternvogt, den Windschurz gewendet.
Reißt dir der Malstrom dein Wrack wieder flott,
tilge die Konten zum letzten Bankrott -
bis dich der Tartaros pfändet.

 

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